Last Updated on Juni 22, 2026 by Sharky & Schneggi
Nach unserem ersten Tag in Hamburg stand am Freitag eine Tour auf dem Programm, die sich im Nachhinein als einer der schönsten und gleichzeitig anstrengendsten Tage unserer Reise herausstellen sollte, Schneggi wollte unbedingt mal das „legendäre“ Treppenviertel im Hamburger Stadtteile Blankenese. Das Wetter meinte es zunächst hervorragend mit uns, die Elbe zeigte sich von ihrer schönsten Seite und vor uns lag eine Strecke, die uns durch einige der reizvollsten Ecken Hamburgs führen sollte.


Los ging es an den Landungsbrücken. Von dort nahmen wir die Hafenfähren 62 Richtung Finkenwerder. Bereits die Fahrt selbst gehört zu den Dingen, die man in Hamburg unbedingt einmal gemacht haben sollte, es muss ja nicht gleich bis zum Treppenviertel sein. Die Verkehrsfähren können kostengünstig mit dem Deutschland-Ticket genutzt werden. Während die großen Schiffe gemächlich die Elbe entlangzogen und sich immer wieder neue Ausblicke auf Hafenanlagen, Werften und das Wasser eröffneten, genossen wir die entspannte Atmosphäre an Bord.



Das eigentliche erste Highlight wartete allerdings in Finkenwerder.
Dort mussten wir nämlich tatsächlich die Fähre wechseln um zum Treppenviertel in Blankenese zu kommen. Für viele Hamburger vermutlich eine völlig normale Angelegenheit, für Schneggi hingegen eine kleine Sensation. Schließlich steigt man nicht jeden Tag wie bei einem Bus von einem Schiff in das nächste um. Entsprechend groß war die Begeisterung, als wir den Anleger wechselten und wenig später mit der nächsten Fähre weiter Richtung Teufelsbrück fuhren um von dort zum Treppenviertel zu laufen.
Dort begann der landschaftlich wohl schönste Abschnitt des Tages.
Von Teufelsbrück aus spazierten wir Hand in Hand bei herrlichem Sonnenschein direkt an der Elbe entlang. Die Strecke zählt nicht ohne Grund zu den beliebtesten Spazierwegen der Stadt. Immer wieder eröffneten sich wunderschöne Ausblicke auf den Fluss, vorbeiziehende Schiffe und die gegenüberliegenden Hafenanlagen. Dazu kamen alte Villen, kleine Strände und zahlreiche Plätze, an denen man einfach stehen bleiben und die Aussicht genießen konnte. Schneggi braucht ja schließlich regelmäßig Ihren Kaffeenachschub, als entschieden wir uns einen kleines Päuschen bei Dill sin Döns Restaurant einzulegen. Ein bezauberndes kleines Restaurant, mit toller Bedienung, liebevoll eingerichtet und mit direktem Blick auf die Elbe und Airbus (Schneggi hat sich so über die Landung vom Beluga gefreut :-)). Wir haben selbst nicht gegessen, aber die Teller der anderen Gäste sahen sehr gut aus.


Je näher wir Blankenese kamen, desto beeindruckender wurde die Kulisse. Die Sonne spiegelte sich auf dem Wasser und die Elbe präsentierte sich von ihrer absoluten Postkarten-Seite. Einer dieser Momente, in denen man automatisch langsamer wird, weil man die Atmosphäre möglichst lange genießen möchte. Der Blankeneser Leuchtturm markierte den Beginn eines der teuersten Stadtteile Hamburgs, Sharky musste natürlich nach oben und gucken, Schneggi blieb am sicheren Boden.


Am Blankeneser Leuchtturm angekommen, änderte sich die Charakteristik unserer Tour schlagartig.
Nun ging es hinauf ins berühmte Treppenviertel. Der Name ist dabei keineswegs übertrieben. Zahlreiche Treppen, verwinkelte Wege und steile Anstiege sorgen dafür, dass man schnell merkt, warum dieser Stadtteil seinen Namen trägt. Nach den bereits zurückgelegten Kilometern waren die vielen Stufen durchaus eine kleine Herausforderung. Sharky und Schneggi kamen ganz ordentlich ins Schnaufen.
Der Kampf durchs Treppenviertel wurde jedoch belohnt. Das Treppenviertel gehört zweifellos zu den außergewöhnlichsten Orten Hamburgs. Weiße Häuser schmiegen sich an den Hang, schmale Wege verbinden die verschiedenen Ebenen miteinander und hinter nahezu jeder Ecke wartet ein neuer Blick auf die Elbe. Stellenweise fühlt man sich im sogenannten Treppenviertel eher an einen mediterranen Küstenort erinnert als an einen Stadtteil im Norden Deutschlands.
Irgendwann erreichten wir nach vielen Treppen (ist ja nunmal das Treppenviertel ;)) schließlich die S-Bahn und gönnten unseren Beinen eine kurze Pause. Mit der Bahn ging es weiter nach Wedel.
Dort erkundeten wir zunächst die Altstadt zu Fuß. Nach den vielen Kilometern war eine kleine Stärkung längst überfällig. Also gönnten wir uns ein Eis und schlenderten gemütlich durch die Straßen. Die entspannte Atmosphäre passte perfekt zu diesem Tag, der (auch mit vielen Treppen im Treppenviertel) bisher wie aus dem Bilderbuch verlaufen war.


Anschließend ging es weiter zum Willkomm Höft. Für Sharky war dieser Ort gleichzeitig ein Wiedersehen mit einer Erinnerung aus längst vergangenen Zeiten. Allerdings zeigte sich schnell, dass Erinnerungen manchmal ihre ganz eigene Dynamik entwickeln. Vieles sah anders aus, als es im Gedächtnis geblieben war und Schneggi musste sämtliche Erzählungen von Sharky „ertragen“ 😀
Während Sharky noch versuchte, alte Erinnerungen mit der Gegenwart abzugleichen, hatte das Wetter plötzlich andere Pläne.
Innerhalb kürzester Zeit zog ein gewaltiger Wolkenbruch über die Elbe. Aus dem strahlenden Sonnenschein wurde ein heftiger Regenschauer, der Spaziergänger und uns Ausflügler gleichermaßen zur Flucht unter Dächer und Markisen zwang. Auch wir suchten uns einen trockenen Platz und nutzten die Gelegenheit für eine kleine Pause bei einer Tasse Kaffee.
Während draußen der Regen auf die Elbe prasselte, konnten wir dem Schauspiel entspannt zusehen. Es war einer dieser ungeplanten Momente, die eine Reise oft besonders machen. Statt uns über das Wetter zu ärgern, genossen wir die unerwartete Auszeit und beobachteten das Geschehen am Wasser.


Als der Regen schließlich nachließ, setzten wir unsere Tour fort.
Für die nächste Etappe stiegen wir in den Bus Richtung Eppendorf. Die Fahrt entwickelte sich dabei fast zu einer kleinen Zeitreise. Der Bus führte durch verschiedene Stadtteile und Ecken Hamburgs, die für Sharky eng mit den frühesten Kindheitserinnerungen verbunden sind. Während draußen die Straßen vorbeizogen, tauchten immer wieder bekannte Namen und vertraute Orte auf. Manche hatten sich stark verändert, andere wirkten erstaunlich unverändert. Dadurch bekam dieser Abschnitt des Tages eine ganz besondere, fast nostalgische Note.
Am Eppendorfer Markt angekommen, legten wir noch einmal eine kurze Pause ein und stärkten uns mit einem Brötchen, bevor wir zu unserem letzten Spaziergang des Tages aufbrachen.
Von dort ging es quer durch Eppendorf. Der Stadtteil präsentierte sich mit seinen schönen Altbauten, den gepflegten Straßen und seiner angenehmen Atmosphäre von seiner besten Seite. Nach den maritimen Eindrücken entlang der Elbe zeigte Hamburg hier noch einmal ein ganz anderes Gesicht.
Unser Ziel war schließlich die U-Bahn-Station Eppendorfer Baum. Von dort aus fuhren wir zur Station Stephansplatz nahe des Dammtor Bahnhofs und vor allem Planten un Bloomen in Hamburg.
Wasserspiele in Planten un Blomen – Romantik mit Gänsehautmomenten
Wenn die Dämmerung über Hamburg hereinbricht, verwandelt sich der Park Planten un Blomen in eine ganz besondere Kulisse. Die berühmten Wasserlichtkonzerte gehören zu den romantischsten Erlebnissen der Stadt: Fontänen tanzen im Takt der Musik, farbige Lichtspiele spiegeln sich auf dem Wasser und überall sitzen Paare auf den Wiesen oder eng aneinandergeschmiegt am Ufer. Den aktuellen Plan dafür findet ihr direkt bei der Stadt Hamburg: Wasserlichtkonzerte der Stadt Hamburg
Gerade an warmen Sommerabenden entsteht hier eine Atmosphäre, die fast ein wenig märchenhaft wirkt. Während die Musik durch den Park klingt und die beleuchteten Wasserfontänen in den Nachthimmel steigen, vergisst man schnell, dass man sich mitten in einer Millionenstadt befindet.
Ein kleiner Hinweis gehört allerdings zur Wahrheit dazu: Die Wasserlichtkonzerte sind längst kein Geheimtipp mehr, genausowenig wie das Treppenviertel noch ein Geheimtip ist.. An schönen Sommerabenden kann es sehr voll werden, sodass sich ein früher Besuch lohnt, um noch einen guten Platz auf den Wiesen oder den Sitzstufen zu ergattern. Wer rechtzeitig kommt, kann die Wartezeit wunderbar für einen Spaziergang durch die liebevoll angelegten Gartenanlagen nutzen.
Trotz der vielen Besucher bleibt der Zauber meist erhalten – vielleicht gerade deshalb, weil so viele Menschen diesen besonderen Hamburger Sommermoment gemeinsam genießen möchten. Für Verliebte gehört ein Abend bei den Wasserlichtkonzerten fast schon zu den schönsten kostenlosen Dates, die Hamburg zu bieten hat ❤️ Sharky und Schneggi haben es wirklich sehr genossen, die Wasserspiele Arm in Arm anzugucken. Hier ein Kuss, da eine etwas festere Umarmung, wunderschön! Die Live-Violinistin war den Abend leider verhindert, daher gab es „nur“ Musik vom band, aber auch so war es ein wunderschöner Abend!

Es war ein traumhaft schöner Tag 🙂
Als wir am Abend die Füße hochlegten, spürten wir jeden einzelnen Kilometer dieses Tages. Die Mischung aus Fährfahrten, Elbspaziergang, Treppenviertel, Altstadtbummel, Wolkenbruch, nostalgischer Busfahrt und den vielen unterschiedlichen Eindrücken hatte ordentlich Kraft gekostet und als i-Tüpfelchen noch die Wasserspiele, viel mehr geht eigentlich nicht.
Gleichzeitig war es aber genau einer dieser Tage, die man von einer Reise mit nach Hause nehmen möchte. Voller kleiner Erlebnisse, schöner Ausblicke im Treppenviertel und unerwarteter Momente wie den Wolkenbruch in Wedel.
Und wer hätte gedacht, dass ein Fähr-Umstieg in Finkenwerder und ein Wolkenbruch am Willkomm Höft zu den Dingen gehören würden, die uns von diesem Tag besonders in Erinnerung bleiben? Das Treppenviertel natürlich auch, aber wie es oft so ist, gerade die Randgeschichte bleibt am ehesten hängen 🙂
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